Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.16. Vigener, Fritz, Die Mainzer Dompropstei im 14. Jahrhundert

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Literatur.

nommen sind, einem Hugo von Prüm zugeschrieben. 8. 183 heißt
religione induti“ nicht „mit größter Andacht“, sondern in „kirchlicher
Kleidung“, wie aus dem Zusammenhänge unschwer zu erkennen ist.
8. 199 ist Hilling statt Henning zu lesen.
Bonn. N. Hilling.

Fritz Yigener, Die Mainzer Dompropstei im 14. Jahr-
hundert. Aufzeichnungen über ihre Besitzungen, Rechte
und Pflichten aus den Jahren 1364—1367 (a. u. d. T.:
Quellen und Forschungen zur Hessischen Geschichte, heraus-
gegeben von der Historischen Kommission für das Groß-
herzogtum Hessen I). Darmstadt, Großherzoglich Hessischer
Staatsverlag 1913. LIX, 186 8.
Versteckt in einem Kommuneregister Urbans V. (Reg. Avinion. 158)
blieb dieses wichtige Verzeichnis der Besitzungen und Einkünfte, Rechte
und Pflichten der Mainzer Dompröpste aus dem 14. Jahrhundert, das
hier in einer Goswin Freiherrn von der Ropp gewidmeten Ausgabe
vorgelegt wird, der Geschichtsforschung verborgen, bis es etwa gleich-
zeitig von Vigener und Sauerland entdeckt wurde. Der Fund ist um
so bemerkenswerter, als ähnliche umfassende Aufzeichnungen über den
Besitzstand mittelalterlicher Dompropsteien nicht sehr zahlreich sind,
und als diese Aufzeichnungen gerade die reichste deutsche Dompropstei
betreffen. So ist das Bild, das wir hier gewinnen, in mehr als einer
Beziehung von Bedeutung.
Lehrreich ist schon die Entstehungsgeschichte des Verzeichnisses.
Die reichen Einkünfte der Mainzer Dompropstei — der Reingewinn
betrug, wie Vigener 8. LV1II zeigt, im Jahre 1365/66 über 2450 Gulden,
während z. B. die Trierer Dompropstei nur auf 500 Gulden geschätzt
wurde; vgl. H. Bastgen, Die Geschichte des Trierer Domkapitels im Mittel-
alter, Paderborn 1910, S. 130 (a. 1432: 100 Mark arg.) — lenkten früh-
zeitig die Aufmerksamkeit der Kurie auf diese Pfründe. Im Jahre
1294 bereits wurde ein päpstlicher Notar mit ihr providiert; 1301 folgte
ihm abermals ein päpstlicher Notar, 1310 ein päpstlicher Kaplan, 1343
der Kardinal Johann Colonna, 1363 der Kardinalbischof Raimund von
Palestrina. Dieser Kardinal nun sandte als seinen Vertreter einen
Domherrn namens Bertrand von Lodeve nach Mainz, damit er die Ein-
künfte der Dompropstei sicherte, und dieser Vertreter, der uns lite-
rarisch bereits durch eine Abschriftensammlung aus dem Jahre 1367 be-
kannt geworden war (vgl. Adalbert Noväöek, Kopialbuch des apostolischen
Nuntius Bertrand de Macello 1366—68, in den Sitzungsberichten der
Böhmischen Ges. der Wissensch. Klasse f. Philos., Gesch. und Philo!.,
Jahrgang 1895 n. XXV; s. Vigener S. XXX Anm. 5), hat in der Zeit
vom 27. September 1365 bis zum 14. September 1366 das erwähnte Ver-

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