Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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Das Oberlandesgericht zu Münster verneinte sie im Apell.-
Erkenntniß vom 5. Nov. 1841.
Gründe.
-Ferner wenden Kläger ein, daß die Verjährung
durch Klagcanmeldung unterbrochen werde, und diesen min-
. bestens die, im Vorprozcsse stattgefundene Litisdenunziation
gleich geachtet werden müsse. Allein dieses ist nicht min-
der unbegründet, denn abgesehen davon, daß sich auf Grund
der §. 551. Thl. I. Tit 9. 21. L. N. als einer T,ex
specialis wohl behaupten ließe, daß vorliegcndenfalls der
Nichtverlust des Rechts durch Einlegung der wirklichen
Klage bedingt sei, so kann doch keinenfalls die in dem
demnächst erhobenen Prozeß wegen Legung des Inventars
und Auskehrung der Ehemann Schröcrschen Nachlaßhälfte,
von dem k. Haardt gegen die Beklagte angebrachte
Litisdenunziation, die Verjährung unterbrochen haben, weil
sie auch nicht einmal die Wirkung einer Klageanmel-
dung hat, denn nur die Klagcanmeldung implorirt die
Hülfe des Richters, um den Kläger dem Beklagten ge-
genüber zu seinem Nceble zu verhelfen: mit der Klagean-
mcwung beginnt der Kläger den Prozeß gegen den Be-
klagten, weshalb auch der Prozeßrichter Termine zur Auf-
nahme der Klage ansehen muß, §. 6. Tit. 4. Thl. 1. d.
A. G. O. -
-Ganz anders verhält es sich mit der Litisdenunziation,
die zwar im weiteren Sinne die Anmeldung eines even-
tuellen Slnspruchs in der Erklärung des Litisdenunziantcn:
„sich für den Fall, daß er fukkumbire, an den Litisde-
nunziaten halten zu wollen."
enthält, nicht, aber wie die Klagcanmeldung einen Prozeß
zwischen den Litisdenunziantcn, als Kläger und dem Li-
tisdenunziatcn, als Beklagten, hcrbeiführt und das so

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