Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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„Lurch Einwilligung sämmtlicher lebenden Interessen-
ten, die ein Recht auf die Succcssion in das Fidei-
kommiß haben, kann nach der Meinung vieler dessen
Aufhebung beschlossen und durch keinen später berech.
tigten diese angefochten werden. Andere hatten jene
i» Rücksicht der letztem für unverbindlich und neh-
men nur eine Auflösung des Fideikommisses als zu-
lässig an, wenn eine Bestätigung dcrielbcn durch die
gesetzgebende Gewalt hinzukommt, oder wenn den
noch nicht Geborenen Vormünder bestellt worden sind,
welche wegen eines von jbnen anerkannten Nutzens
in die Aufhebung willigen, und ein gerichtliches Dekret
dies bestätigt. Die neueren Gesetze haben sich bald der
einen bald der andern dieser Ansichten angeschlosscn;
wo dergleichen fehlen, läßt sich wohl eine Aufhebung
der für künftige Descendenten durch die Fidei-
kommißstiftung begründeten Rechte nur durch eine Hand-
lung der Staatsgewalt denken, wenn gleich die, welche
Erben der Einwilligenden geworden sind, die Hand-
lungen derselben nicht anzufechten berechtigt sind. —
So ist Eichborn nach §. 226. auch der Meinung,
daß bei einer konsequenten Auffassung des Rechtsprin-
zips über die Nachfolge der Söhne als einer succes-
sio ex pncto et providentia majorum die Re-
vokatorienklage ebensowohl den noch nicht geborenen,
als den lebenden Nachkommen zugestanden werben
müsse. Es kann an E. nicht zweifelhaft sein, in
Ermangelung jeder positiven Vorschrift des gemeinen
Rechtes, bei so mannigfachen und verschiedene» Meinun-
gen der Theoretiker über die wichtige Frage:

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