Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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hätten« Eine solche Haftbarkeit aber, wie diese, die sogar
auf den Zinsfuß in diesem Landesthcil.ekuen anerkannten
allgemeinen Einfluß hat, — laßt sich nur bei ciner
solchen Zusammensetzung der betreffende» Behörde denken,
wie die Schöffengerichte sic haben. ^
Was endlich das Notariat betrifft, .so ist auch in
Beziehung auf dieses die Verfassung der.Schöffengerichte
ganz für das praktische Leben. Man hat nicht viele
Umstände und Wege zu machen; das Schöffengericht
hält an bestimmten Tagen seine Sitzungen, da kann jeder
kommen und sich seinen Akt, der sogleich in's Hypothe-
ken- oder Katastcrbuch eingetragen wird, machen lassen--
den er dann in der Regel auch gleich mit sich nimmt,
weil nicht das viele Abschreiber, dabei nöthkg ist, wie
nach der alt-preußischen Justizvcrfassung. Ist der Fall
schleunig, so darf man sich nur an den Schultheiß resp.
einen Schöffen wenden, die zu zweien mit dem Gerichts-
schreiber den Akt z. B. das Testament aufnehmen, und bei
nächster Gerichtssitzung präsentircn; und ebenso rasch und
ohne viele Diffikultäten ist die Erlangung von Präferen-
tial-Arresten.
Aus diesen wenigen Mitthcilungen wird es erklärlich
sein, daß die Einwohner der Bezirksthcile, wo dieses In-
stitut der Schöffengerichte noch besteht, so sehr anhäng-
lich daran sind, und seine Erhaltung wünschen, ein Wunsch,
den auch auf dem fünften rheinischen Landtage die Mit,
glkcder desselben aus allen vier Ständen, soweit sie zum
ostrheinischen Bezirke gehören, in einer besondern Eingabe
an das Justiz-Ministerium zu erkenne» gaben. Man
erwartete damals jeden Tag eine neue Justizorgani-

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