Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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nicht durchgemacht, der von dem Liniendienste, sei es
wegen körperlicher Gebrechen' oder wegen Unentbehrliche
feit in der Wirtschaft seiner Eltern, befreit und nur
zur Landwehr hcrangezogrn worden ist.
Ferner hat nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauche
nur Derjenige seine Militärpflichten absolvirt, welcher
in der Linke gedient hat. Auch ist in einer Allerhöchsten
Kabinets < Ordte vom 29. Oktober 1827 eine diesem
Sprachgebrauche entsprechende authentische Erklärung
gegeben. Es heißt darin:
„Alle Schulamtökandidaten sollen der Militärpflicht
unterworfen bleiben, und zwar müssen diejenigen,
welche ihre Ausbildung nicht in Haupt- und Neben-
seminarien erhalten haben, ihrer Verpflichtung vollstän-
dig, d. i. durch Einstellung in das stehende
Heer, genügen."
Wiewohl nun das bäuerliche Erbfolgegesctz von dem
Prinzip« ausgeht, daß cs der vcrmuthete Willen des
Bauern sei, sein Grundeigenthum ungeteilt einem
Erben mit so mäßigen Abfindungen für die übrigen Mit-
erben zu hintcrlafien, daß der Hof bei Kräften bleiben
könne; so kann man doch nicht sagen, daß die im Gesetze.
ausgesprochene Bevorzugung der ausgedienten Erben eine.
Abweichung von jenem Grundsätze enthalte und dem
präsumtiven Willen des Erblassers widerspreche. Viel-
mehr ist anzunchmen, daß der Erblasser, welcher von
der ihm gebliebenen Bcfugniß, über sein Eigentum frei
zu verfügen, keinen Gebrauch machte, die im Gesetz ent-
haltene Bestimmung gebilligt habe und seiner Stätte

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