Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

ungünstig zeigen können*), und es würde sich nicht so
leicht die so häufig wiederkehrende Erscheinung haben
herausbilden können, wonach das Bewässerungsrecht aus
demselben Bache unter den angränzenden Nachbarn nach
bestimmten Perioden geregelt ist. Das Bemühen ferner.
Alles und Jedes auf feste Priuzipkc« zurückzuführcn, hat
es auch für unsere Frage nicht an Aufstellung von
Theorien fehlen lassen. Einigen scheint rin ausschließ,
licher Besitz eines ununterbrochen fortfließenden Was«
sers, wo jede Welle die andere bis kn den Ozean treibt,
und deshalb auch der Begriff eines Eigenthums nicht
zulässig Andere wollen die ganze Waffermasse eines
FlusseS als ein gemeinschaftliches Eigenthum der Adja,
ernten betrachtet wissen, und ziehen hieraus die Folge,
daß der höher liegende daS Wasser dem niedriger gelr«
genen Uferbesitzer nicht entziehen darf. Eine dritte Ansicht
will überhaupt nur eine Communio der Benutzungs-
rechte zulassen, während eine vierte Ansicht dem ober»
Ekgenthum das nächste Recht beilegt.
Das Römische Recht stellte Luft und Wasser außer
allen Eigenthums, indem cS den Satz aussprach:
Communia sunt omnium haec: aer» aqua
profluens etc.
Allein sowie die Luft nicht verwechselt werden darf
mit dem Raume, den sie erfüllt; sowie also über den
Raum, der sich über meinem Grund und Boden bestn«
det. Niemand verfügen kann, als ich, und die ausschließ«

*) v. Bülow und Hageman» praktische Erörtern»-«».
Bd. I. No. z. §§. 4—6. Bd. I. No. 4.

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