Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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tigungen in den Nheinlanden nnd der ehemals zum Kö-
nigreich Wrstphalen gehörenden Landestheilen! Wir wer,
den uns kurz fassen. Die Apotheken, von de» Arabern
nach Italien, und von da nach Deutschland kommend,
waren früher ein Gewerbe, wie jedes andere. Ein be-
sonderes rechtliches Institut wurden sie erst dadurch, daß
weist erst im 18. Jahrhundert den Aerzten das Selbst-
dispensiren verboten, den Apothekern eine Taxe bestimmt,
und vor Zulassung zur Ausübung ihres Gewerbes rin
Eramen aufgelegt, und es, häufig durch exklusive Pri-
vilegien ausgesprochener Grundsatz wurde, keine neue Apo-
theken ohne besondere Nothwendigkeit und sonach ertheil-
te Staatsgenehmigung aufkommeu zu lassen. Man nann-
te die Berechtigung der Apotheken nach der Sprache je-
ner Zeit gewöhnlich Privilegium, Ihre Vererblichkeit und
Verärißerlichkeit war nicht bezweifelt. In der revidirten
Preußischen Apothekerordnung von 1801 wurde inzwi-
schen auch rein persönlicher Concessione» gedacht, deren
denn von da ab, wenn gleich da überhaupt wenig Apo-
theke» concedirt wurden, wenige eingcführt wurde». Diese
rein persönlichen Concessione« vererbten nur auf Witt-
we und Tescendenten, und wurden bis zur Fähigkeit der
Descendente» oder ihrer Ehemänner verwaltet; sie waren
natürlich nicht veräußerlich, allein in der Wirklichkeit
wurde bei eintretenden Veräußerungen der vom bisheri-
gen Concessionar vorgrschlagene neue Eonceffionar ge-
wöhnlich genehmigt. — Eine Cabinetsordre v. 8. März
1842 hat nun genehmigt, daß bei Erledigung einer blos
persönlichen Covceffion zur Anlegung einer Apotheke dem-
jenigen, welchem i« deren Stelle eine neue Conceffion
ertheilt wird, von der Medicinalbehörde auf Antrag des
bisherigen Apochekcrs oder seiner Erben zur Bedingung
gestellt werden darf, die zur Einrichtung und zum Betriebe
drr'Officin seines Vorgängers gehörigen, noch in gutem Zu-
stande befindlichen,». für den Geschäftsbetrieb brauchbarenGe-
ratschaften, Gefäße u. Waarenvorräthe, jedochnur in einer dem
Umfange des Geschäftes angemessenen Quantität zu übrr-
IX. Jahrg. 45 H-ft. 43

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