Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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DertragSregel als eine solidarische so lange gelten,
ülS nicht die Betheiligten, denen es gesetzlich ob-
liegt, das Maaß ihrer Verpflichtung zu bestim-
men, ihre Beantheiligung erwiese» haben.
Somit führt diese Argumentation zu einem der Mei-
nung des Tribunals ganz entgegengesetzten Resultate.
Sie mag vielleicht zu künstlich und gesucht erscheinen»
es wird indessen dieser Vorwurf fast immer zutreffen,
wenn der Richter das Gesetz verläßt, und er, wie §. 49
Einleitung vorgeschrieben ist, in seiner Analogie Hülfe
suchen muß. Auch läßt sich keine große Unbill darin
finden. Denn je größer das Recht, desto größer die
Pflicht. Am allerwenigsten aber, scheint mir, wird man
sich mit der Meinung des Tribunals befreunden können.
Denn eS läßt sich nicht behaupten, daß, wenn erwiesen-
A., B-, C., D. haben zusammen den Wasserschaden an-
gerichtet, nun Nichts erwiesen sek. — Vielmehr ist der
Schade, wie seine Urheber dargethan. Nur das Ver-
hältm'ß ihrer Theilnahme ist unermkttelt geblieben. Den
Mangel dieses Beweises hat aber das Gesetz ergänzt,
bei Vertragsverhältnissen sowohl, als außerhalb derselben.
Schließen wir daher auch die Solidarität von vorn-
herein aus, so werden wir doch immer anf die Bestim-
mung §§. 427, 428. A. L. R. Thl. I. Tit. 5 zurück-
kommen, wonach beim Mangel einer bestimmten Theil-
nahme die Mehreren Verpflichteten wenigstens zu glei-
che« Lhellen hasten.

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