Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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dts Guts tragen, den Anerben und dessen Geschwister
alimentiren und die letzteren in der Regel abfiudcn —
sofern das Vermögen, aus welchem die Abfindung zu
prästircn, in seine Hände kommt, Runde Jnt.-Wirth-
schaft §. 61 — 63 —, gewöhnlich eine bestimmte
Summe in das Gut inferiren und haftet für dessen
Deterioratio n." - - Ter endlich angeführte M i U
termaier Grunds, d. g. F. Pr. R. §. 447 sagt nur:
„der Interims -Wirth hat alle Kolonatsrechte, um so mehr,
als er gewöhnlich sein eigenes Vermögen in der Art
rinbringt, daß es als unzertrennlich in das Kolonat ver-
wendet wird und nicht wieder dem Jnterimswirthe zurück-
gegeben wird. — Dem abtrctcnden Jnterimswirthe wird
aus dem Kolonate Lcibzucht angewiesen, da sein Allodium
mit im Gute steckt."
Was nun die Münstersche Eigenthums-Ordnung be-
trifft, so hat das Geheime Obertribunal (Entscheidungen
Bd. 6 S. 390 ff.) bereits vollständig ausgeführt, daß der
Mahlzählcr für sich und nicht für die Stätte erwerbe und
»nr durch die Bestimmungen des Eigenbehörigen einge-
schränkt sei, mit dessen Aufhebung also auch sein Eigcn-
thum ein unbeschränktes geworden. Was das Oberlandes»
gcricht dagegen anführt, trifft nicht zu. Es wird zugege-
ben, daß die Eigenthums-Ordnung nirgend ausdrücklich
den MahlzLhler verpflichte, das erworbene Pekulium dem
Anerben zu belassen, allein es wird angenommen, dies
scheine nur deshalb unterblieben, zu sein, weil dieselbe das
ganze Pekulium als ciue universitas betrachte, bei wel-
cher von einer Scheidung des Ueberuvmmenen und spater
Erworbenen gar keine Rede habe sein können. Allein der

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