Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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scheidung findet sich schon Bd. V II S. G.r>7 ff. dieses Ar-
chivs. — JV£. 9 (8. 216) 1. Wenn ein Nachlafigläubiger
im Wege der E.rccution ein 2lklivum zur eigenen Einziehung
sich har überweisen lassen, so entzieht solches ihm nicht das
Recht, gegen den Erben auf Absprechung der Rechrswohlrhar
Klage zu erheben. 2. Der Verlust der Deneficialgualität wird
durch die Ilnvcllständigkeit des Nachlaß-Inventars an sich
herbeigeführt; und weder dadurch beseitigt, das; von dem
klagenden Gläubiger ein besonderer ihm auö der Unvcll-
standigkeit, oder nicht rechtzeitigen Einreichung des Inventars
entstandenen Schaden nicht nachgewiescn worden, — noch
dadurch, daß dem Kläger der Zustand Des Nachlasses ander-
weitig bekannt geworden, — noch endlich dadurch, daß es,
unter Beseitigung des von dem Erben gelegten Inventars,
auf andere Art möglich geworden ist. die Beschaffenheit rcS
Nachlasses auSzumineln. Ob der §. 439 A. L. R. L. 9,
welcher eine durch das mangelhafte Inventar herbeigeführte
Unmöglichkeit der Ausmittlung der Beschaffenheit deü
Nachlasses zur ^Verwirkung der RechtSwchlthat erfordert, nicht
eine genauere Fassung bedürfe, möchte aber doch zweifelhaft
bleiben. — 10 (0. 225). Hat der Beneficialerbe die
Forderung eines Dritten gegen den Nachlaß für einen gerin-
gem Preis, als die Summe der Forderung betragt, an sich
gebracht, so kann seinem Verlangen auf volle Bezahlung der-
selben, von Seiten der Erbschastgläubiger nicht durch den
Ginwand begegnet werden, daß er nur Bevollmächtigter der
Gläubiger gewesen. — Es war fraglich, ob nicht, da der
Beneficialerbe Nachlaßverwalter, die Vorschriften des tz§. 62.
63A.L.R. 1. 13, wonach alle Vortheile, die aus einem auf-
getragenen Geschäfte entstehen, der'Regel nach dem Macht-
geber gebühren, hier anwendbar. Richtiger ist aber doch
wohl angenommen, daß der Beneficialerbe zunächst in eigenem
Interesse die Verwaltung führe, da nach A. L. R. I. 16.
§. 486. 487. und Proz. Ord. I. 51. §. 89. J\£. 4. die
Wirkungen der Vereinigung durch Erbgangsrecht durch den
Vorbehalt der Rechtswohlthat des Inventars gehindert sind,
und' der Beneficialerbe gegen den Nachlaß seine eigenen
Forderungen behält, und durch Zahlungsleistung an einen
Erbschastsgläubtger an dessen Stelle tritt, somit auch die
Gefahr des Verlustes trägt, womit das Erlangen des mög-
lichen Gewinnes correlat ist.
(Schluß folgt.)

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