Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 14 (1850))

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theken-Einrichtung hin. Allein man beachtet nicht die
Verschiedenheit des materiellen Hypothekenrechts, und
darin liegt unseres Dafürhaltens überhaupt der Fehler
der Gegner, daß sie d.-n nothwendigen Zusammenhang
zwischen Hypotheken-Ordnung und Hypotheken - Recht
nicht genug berücksichtigen.

I».
Fassen wir den Zweck des Grund- und Hypotheken-
wesens im Allgemeinen dahin auf, durch öffentliche Buch-
führung über den Rechtszusiand der Grundstücke die-
jenigen, die sich in Verhandlungen darüber einlassen
wollen, sicher zu stellen, so zeigt sich bald, daß man, je
nachdem man eine größere oder eine geringere Sicherheit
bezielt, dazu zwei ganz verschiedene Wege einschlagen
kann.
Entweder man zeigt die dinglichen Ansprüche
an ein Grundstück auf, und bestimmt: daß Ansprüche,
welche nicht in die Bücher eingezeichnet sind, rücksichtlich
jedes Dritten wirkungslos bleiben, und außerdem etwa:
daß die Zeit der Eintragung über die Präferenz der
Realansprüche entscheide.
Oder man schreibt nur die wirklichen Rechte an
dem Grundstück ein, und stellt den Rechtssatz auf: waS
als Recht in die Bücher eingetragen ist, das ist Recht.
Der praktische Unterschied beider Systeme ist ein-
leuchtend. Bei dem ersten muß jeder, der ein Grundstück
kaufen, Gelder darauf leihen, oder Hypotheken durch
Session erwerben will, zuvörderst darüber Erkundigung
einziehen, ob der eingetragene Realanspruch wirklich
rechtsbeständig sei, der Gewinn der Buchführung beschränkt

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