Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 10 (1845))

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soll, und gerade dasselbe Rechtsverhältniß tritt nach
8. 14 ibitl. auch dann ein, wenn die Kinder er»
ster Ehe wieter verstorben oder freigelaffcn sind.
Ter damalige mahljährige Besitzer Lütke Wen-
trup erlangte somit von dem Augenblicke, wo die
Kläger - Mutter von dem Hofe abgcwiesen und frei-
gelassen wurde, für sich und seine Kinder das all-
einige Successionsrccht am Hcithorns-Kolonate.
Daraus folgt, daß, so lange von diesem noch
Kinder und rechtmäßige Erben vorhanden sind, ge-
gen diese und zum Nachtheil derselben, das da-
mals freigelasscne Kind rcsp. dessen Erbe» ein
aus dem vormaligen Leibeigenthums-Nerus hrr-
geleitetes Successionsrecht auf keinen Fall würde
geltend machen können. Zwar haben jene Bestim-
mungen der Eig.-Ordn. zunächst den Fall im
Auge, wo in der Ehe des ausgeheiratheten Kolo,
neu mit dem mahljahrigen Besitzer Kinder erzeugt
worden — ein Fall, der hier nicht vorliegt, weil
die zweite Ehe der Anna Elisabeth Osthaus mit
dem Lütke Wentrup kinderlos geblieben ist, und
erst in der spätern Ehe des Wentrup mit
der Elisabeth Buermann Kinder erzeugt wur-
den. Allein, wenn gleich die Eig.-Ordn. erpresse
des hier vorliegenden Falles in jenen Bestimmun-
gen nicht gedacht hat, so liegt doch ihren Bestim,
mungen offenbar dasselbe Prinzip zu Grunde, und
observanzmäßig sind auch in Fällen, wie hier einer
vorliegt, die mahljährigeil Besitzer immer für recht-
mäßige Kvlonatbesitzrr gehalten worden.

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