Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 10 (1845))

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ren. Nach allem diesem kann die Kläger«Mutter
und können deren Erben kein Succeffionsrrcht an
der Stätte geltend machen. Wollte man aber
auch
»5. der Kläger-Mutter) wie deren Erben, rin Suc-
ressionsrecht an der Stätte zugestehen, so würden
sie solches doch nur resp««tu der Gutsherrschaft,
rücksichtlich deren Rechts auf den' Heimsall beim
Erlöschen der successionsfähigcn Familie, haben gel-
tend machen können; kcineswegeS aber zum Nach-
theil derjenigen Familie, die nach der Abheirathung
und Freilassung der Tochter erster Ehe ein recht-
mäßiges Gewinnrecht am Hofe erlangt hatte. Nach
§. l4. Tkt. 9. Thl. H: der Eig.-Ordn. geht in
einem Falle der vorliegenden Art, wo das bevor-
zugte, alleinige-Kind erster Ehe entweder verstarb
oder freigelassen wurde, das Besitzrecht des mahl-
jährigen Besitzers in ein selbstständiges Kolonat-
recht über, wovon der Grund darin beruht, daß
mit der Freilassung der Kläger-Mutter die all-
einige Beschränkung — namentlich das Vorhan-
densein des vorzugsweise zur Succession berechtig-
ten Kindes erster Ehe —, die dem mahljährigen
Besitzer, um ein Kolonatrecht für sich und seine
Kinder zu erwerben, bis dahin entgegenstand, fort-
fiel; weshalb denn auch §. 12. Tit. 9. Thl. II.
Eig.-Ordn. verordnet, daß, wenn aus -der ersten
Ehe des Anerben keine Kinder vorhandm sind, das
Erb- und Surcessionsrecht auf die Kinder des
überlebenden aufgeheiratheten Ehegatten übergehen

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