Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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Umfang annehmen, welche das Gesetz kmmittelst dergleichen
Rechte gegeben hat. Die letztere könnte allenfalls auf den
Gedanken bn'ngrn, daß die Verjährung der frühem besessenen
Rechte für sich fortlaufe; für den Zuwachs,aber, nach
Analogie anderer Accessionen, mit der Publication deS
Gesetzes, als dem Anfänge deren Besitzes, eine besondere
Verjährung beginne. 'Daß das hier nicht angcht, ist von
selbst klar; es würde auch der, freilich noch nicht ganz
'ansgebildeten, Theorie über Verjährung der Accessionen
'nicht entsprechen. Diejenigen Accessionen, welche mit der
Erwerbung in einen abgesonderten Besitz übergehen, können
'allerdings, wie j. B. km römischen Rechte das Sklaven-
kind, propriam et separatam conditionem usu-
capiendi annchmen. Die aber, welche fortan mit der
Hauptsache als Ejus besessen werden, alluvio, Flußbett rc.
(und dahin würde man auch gesetzlich zuwachsende Rechte
rechnen dürfen) werden meines Erachtens zugleich mit der
Hauptsache erworben, so als ob der Besitzer schon zur
Zeit des Znwachsens Eigentümer gewesen wäre.' Die Ver-
jährung hat kn so weit gewissermaßen rückwirkende Kraft,
bei deren Annahme *) alle Bedenken schwinden, welche sonst
etwa in unserem Falle die Zulassung einer zum Eigen-
ihumserwerbe führenden Fortsetzung der begonnenen Ver-
jährung haben könnte.
*) So scheint auch die Aenßening UlpianS in I. 17. tz. 1.
in kne de.R, V. (6. l.) auf der Voraussetzug zu be-
ruhen, daß die durch eine Beschädigung vor vollendeter
Usucapion begründete, daher zunächst nicht dem possessor,
sondern dem dominus zustehende actio legis aquiliae
mit Vollendung der Usucapion auf den possessor übergehe,
«aS mit unserm Falle in obiger Beziehung einige Aehn«
lichteit hat.

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