Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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gen für Erkennung eines notwendigen Eides in den
Akten liegen. Die §§. 10Y5 folg. des A. L. R, welche
mit den vorhergehenden, oben ausgehobenen Vorschriften
in der engsten Verbindung stehen, stellen mehrere Ver-
muthungen auf, welche.der Richter, in so fern dieselben
micht durch andere besondere Umstände-entkräftet werden,
bestimmen sollen, auf einen Erfüllungseid oder einen Rei,
nkgungseid zu erkennen.. :Sind nun solche Vermuthungen
gegen die. Klägerin vorhanden, so kann sie nicht zu
der Eibesdelation 'ihre Zussucht nehmen, und es würde
der Richter, wenn , sie dennoch davon Gebrauch gemacht,
imd der Berkl. den Eid referirt hätte, ihr- den Eid nicht
abnehmen, vielmehr dem Verklagten -im Erkenntnisse den
Äieiniguugstid auferlegen müssen.' Es läßt sich also nicht
einmal unbedingt behaupten, daß die §§.1092. 1093.
die Rechte des KindcS schützen sollen, wie man dies ge«
meinhin.annimmt. ‘

> ‘ Durch' die vorstehende-Darstellung hoffen'wir 'gezeigt
zu haben, daß der A. G. O. die Lehre von der even-
tuellen Eidesdelation, welche, lediglich durch die, Eigen«
thümlichkeiten des gemeinen Prozesses inS Leben getreten,
ganz fremd., geblieben, ist, daß sie^aber das,- was der ge-
meine Prozeß durch eventuelle. Eidesdelationen erreichen
wollte, in sehr weiser Art durch den §, 288. Thl. I.
Tit. iO». gewährt hat. Wir können uns hierfür zugleich
auf,.einen bedeutenden Gewährsmann, auf die Auktorität
von'Linde berufen/") ' Für setzt Haben wir ,nur diese
Vorfrage zur Erörterung bringen wollen; vielleicht kommen
Mir fbei f iuer anderen. Gelegenheit nochmals auf die Sache
z^rüch uw dem Herrn Verfasser der mehrerwähnten Ab-
handlung, mehr in das. Detail einer von ihm mit so vielem
Scharfsinne entwickelten Lehre zu folge», - -
in der angeführten Wandlung S» 202. [aos.'

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