Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

44. Die Bewegung der Prozeß-Gesetzgebung in Preußen

— 437

XXXIV.
Die Bewegung der Prozeß-Gesetzgebung
in Preußen.

Don
Sommer.

;Dte Fortschritte der preußischen Prozeß-Gesetzgebung
sind nicht so rasch, als sie gewünscht werden. Hätte
man sich 1780 damit begnügt, den gemeinrechtlichen
Prozeß zu verbessern, also, was das wesentlichste, fakultativ
mündliches Verfahren neben schriftlichem zu gestatten,
den Betrieb der Sache durch das Gericht ex officio
bis zu Stillstands-Anträgen der Partheien zu gebieten,
die Appellabllitat der Interlokute, wie die Heimlichkeit
der Zeugenverhöre, und die vielfachen Fristen zu Prozeß-
verhandlungen, und die unnützen Gefährde--Eide aufzu-
heben u. s. w. —- so wäre es leicht gewesen, allmühlig
zur Mündlichkeit und parthellichen Oeffentlichkeit des Ver-
fahrens zu kommen, und cs endlich zu einem Prozeß-
Coder zu bringen, der gleich sehr den Bedürfnissen der
Zeit als dem uralt-germanischen Prozeß-Prinzip entsprochen
hätte. Es war anders beschieden. Man stieß sich an
den unerquicklichen Außenseiten und wirklichen Mängeln

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