Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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dozirt werden. Ein successor universalis erlangt
mir die Rechte des AntezessorS; kann er einen sing»,
lärm Titel dieses letztern nicht Nachweisen, so hat er
nur den Besitz, nur die Rechte des Besitzes, aber kein
weiteres Moment für das Eigenthum für sich. ES
scheint daher auch keinem Zweifel zu unterliegen, daß
das Erbrecht nnd jeder andere generelle Titel nicht hin,
reicht, nm das Aufgebot zu begründen. Eben desbalb
sagt Gravell in dem Kommentar zur Allg. Gerichts,
Ordnung Thl. 1. Tit 51. § 58- Tit. 6-:
Wer nichts weiter für siel» hat, als die Thatsache deS
Besitzes selbst, oder -dessen Vorbesitzer sich in
dieser Lage befindet, der kan» den Mangel seiner
Legitimation nicht durch ein Aufgebot ersetzen, weil die
Rechte des Besitzes noch kein Recht des Besitzes mit sich
bringen; sondern das Hypothekenbuch muß offen bleiben,
bis eine 44jährige Besitzzeit vollendet ist Eben dieses
ist auch zu beobachten, wenn es zu einer nvthwendigen
Subhastatio» kommen soll.
ES folgt demnach, daß, wen» der jetzige Besitzer, gegen
den die Subhastatio» nachgesucht worden, nichts weiter für
sich anführen kann, als er habe das Grundstück von sei-
nen Eltern ererbt, indem es in dem Nachlasse derselben
vorgefundcn sey, für das Eigenthum selbst durchaus kein
Beweis erbracht ist. Wenn in dem vorstehend mitge«
thcilten Rescripte vom 20. Februar 1835 es heißt:
„Die Prüfung, ob der Ereguendus einen an sich
gültigen EigenthumS-Titel hat rc. und das Aufgebot
sichere das Interesse,"
und wenn auch Erbrecht allerdings einen solchen Titel
unterstellt, so ist doch deshalb jenem Rescripte nicht genügt,
indem die nähere Bestimmung schon in dem vorhergehenden
Satze jenes Rescripts enthalten ist, wo es heißt:
Der Gläubiger hat die Pflicht, das Eigenthum des
Schuldners so weit nachzuweisen, als die Prozeß«
Ordnung Tit. 51. §. 99. imd 100. verlangt.

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