Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 5 (1838))

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Ansichten hatte, für deren Quelle er bas privilegium
ttobilium hielt. ' Man kann es höchstens wahrscheinlich
nennen, daß er durch Berufung auf dasselbe die Be,
hauptung aufgestellt, seine Tochter Hab« sich entführen
lassen und wider seinen Willen geheirathet. Enterbungs,
gründe müssen aber ausdrücklich angeführt seyn, und eS
genügen solche entfernte Andeutungen nicht.
Der Testator mußte die Thatsqche bcmerklich machen,
welche ihn zur Enterbung vermochte,, er mußte dadurch
den Richter.in den Stand setzen-, . über die Gesetzmäßig-
keit dieses Grundes zu- entscheiden.. . Wäre übrigens..er-
wiesen, daß die Klägerin sich wirklich gegen den Willen
ihres Vaters verheirathet hätte, so würde es einer Ent-
erbung gar «icht bedurft haben:- Denn : im Landtags-
Abschiede vom 14. August 1660,
, v. Hymmen's Beiträge Samml. 2. p. 415.
durch welchen das privilegium nobilium bestätigt
wurde, ward dasselbe sogar dahin ausgedehnt, daß
eine solche wider Willen der Aeltern- ..vorgenommene
Heirath ipso facto von der älterlichen Erbschaft aus;
schließe.
Der Beklagten ist aber der angetretene Geweih
dieser ihrer Behauptung gänzlich mißlungen und die
produekrten Briefe des Vaters der Partheken machen
sogar daS Gegenthril wahrscheinlich.
Der von der Verklagten gemachte Einwand der
res judicata ist völlig unhaltbar. Den» wenn auch
km Lorprozrsse Grundsätze angenommen seyn sollten,

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