Full text: Volume (Jg. 13 (1848))

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einzelnen Tbeilnebmer einer untheilbaren Sache geradezu
untersagten Verfügung. Hiernach hätten nur die Hau-
bergs-Interessenten gemeinschaftlich, oder — nach §. 8.
der Hanbergs - Verordnung — der Haubergs - Vorsteher
allein die Klage gegen die Gemeinde anstrllen können.
Zwar ist nun der zeitige Haubergs - Vorsteher dem gegen-
wärtigen Prozesse nicht ganz fremd geblieben,, denn die
als Kläger auftretenden HaubergS - Interessenten haben
denselben zu ibrem Privatmandatar bestellt. Hierdurch ist
jedoch den Vorschriften des Gesetzes nicht genügt worden.
Tenn der zeitige Haubergs-Vorsteher tritt hier nicht als
Repräsentant des Gesammt-Willens der HaubergS-Genos-
senschaft, sondern als Vertreter des Privat-Willens ein-
zelner HanbergS-Genossen auf, welche für sich zur Klage
nicht legitimirt sind.
Die von den Appellanten in zweiter Instanz gegen das
erste Urtheil vorgebrachten Gründe sind unbaltbar. Zu-
nächst führen dieselben an, die vom ersten Richter allegir-
ttn gesetzlichen Bestimmungen seien im vorliegenden Falle
deßhalb nicht anwendbar, weil nicht von einem Streite
der Interessenten unter sich über die Benutzung der strei-
tigen Sache, oder eine deren Substanz betreffende Dis-
position die Rede, sondern ein Dritter, nämlich die po-
litische Gemeinde .übersetzen, welche gar nicht am Hau«
berge betheiligt, sich in den Besitz des Waldstücks gesetzt
dabe, hrer die Verklagte sei. Allein gerade dieses Der«
dalmiß der streitenden Theile zu ^einander macht es nur
noch klarer, vag es sich hier um ein gemeinsames Inter-
esse der ganzen Obersetzer Haubergsgenossenschaft handelt.
tLS wird hier nämlich gegen einen Dritten gestritten, wel-
cher sich in den Verband der Haubergsgenossen eindrängen
und andere angebliche Mitgenosscn daraus verdrängen will.
ES liegt also recht eigentlich ein Fall vor, in welchem nach

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