Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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Kind von dem Nachlasse, des verlebten parens auSge-
schlossen. Sind mithin keine erbfähige Blutsverwandte
des letzter» weiter vorhanden, so ist und bleibt das Kind
abgefunden, und der überlebende Ehegatte behält den
Nachlaß, vorausgesetzt, daß auf diesen auch keine unab-
gefundene Kinder Anspruch zu machen haben.
A. L. R. 11. 1. §. 639.
. Wie nun aber, wenn außer dem abgefundenen Kinde
noch andere Blutsverwandte des verstorbenen Ehegatten
vorhanden sind, mit dmen der Ueberlebende die nachgelassene
Dermögenshälfte nach Verhältnissen des Totalsystems zu
theilen hat?
A. L. R. 11; 1. §. 642,
Hier sind 2 Fälle denkbar; nämlich
1) es sind noch Ästendcnten, Geschwister oder Ge-
schwisterkinder vorhanden. Alsdann ist auf diese
durch den Ausfall des abgefundenen Kindes das
Erbrecht devolvirt.
A. L. R. 11 1. §. 642 cit.'
An diese muß nun der superstes 2/3 der Erb-
schaft herausgeben. Mit ihnen aber soll das ab-
gefundene Kind concurrircn, indem es nach §. 644 cit.
Geschwisterrechte hat, und sich mit in'die % thei«
len. Da der superstes nun doch einmal einen
Theil des Nachlasses herausgeben muß, so kann es
ihm gleichgültig seyn und ihm nicht präjudiciren,
ob das Kind .mit den Blutsfrennden theilt. > Letztere
aber müssen sich diese Concurrcnz ebenfalls gefallen
lassen, da das Kind nur zum Dorthekl des su-
* perstes sich feiner Kindeö-Erbrechte begeben hat.

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