Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

Ehegatten; er erstreckt sich also der Regel-nach nur auf
den Nachlaß des zuerst versterbenden xarens.
A. L. R. 11. 2. §. 370. 372.
Nun aber waltet zwischen den Gesetzen, den Wor-
ten nach, ein Widerspruch ob, in Betreff der Frage, ob
das abgefundene Kind den erstverstorbenen p arens noch
beerben könne, oder nicht.
Der §. 373. 374. Th. 11« Tit. 2. beantwortet
diese Frage dahin r
"Stirbt also eins von den abfindenden Eltern, so
. kann daS abgefundene Kind an den Nachlaß desselben
gar keinen Anspruch machen. Vielmehr verbleibt das-
jenige, was ihm etwa noch von diesem Nachlasse, nach
den Regeln der gesetzlichen Erbfolge, zukommen würde,
dem Ueberlebenden der Eltern."
Dagegen verordnet der §.-644. Th. II. Tit. 1.:
"Abgefundene Kinder haben bei dieser Erbfolge-Ord,
nung, in Beziehung auf den überlebenden Ehegatten,
nur mit Seitenperwandten des ersten Grades gleiche
Rechte; <•
(Nach §. 642. 625. ibid. braucht der parens
superstes an diese nur % der gütergemeinschaftlichen
Hälfte des Verstorbenen herauszugeben.) . '
So scheinbar dieser Widerspruch nun auch ist, so
wird er doch m. E. durch folgende Erklärung gelöst 1 '
3n der Regel ist anznnehmen, daß die Abfindung
nur zu Gunsten des überlebenden Ehegatten geschehen sey.
A. L. R. 11. 2. §. 372.
Nur da also, wo eS sich um eine benachthciligende
Concnrren; mit diesem handelt, ist das abgcfundcne

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