Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

514

Was nun noch die beiden übrigen, oben herauS-
gehobenen Fälle betrifft, nämlich
1) den Fall, wo Lestaments-Erben zu ihrem Erb-
theil bloß gewisse Sachen oder Rechte erhalten
haben, also bloß als Legatarien zu betrachten sind,
so begründet, wenn ihrer mehrere sind, ebenfalls
die mitekgenthümlkche Zuwendung dieser Sachen oder
Rechte ein jus accrescendi unter ihnen. Sind
aber
2) Testaments-Erben, ohne daß der Nachlaß durch die
Theitung erschöpft ist, auf Sachen, Rechte oder
Quoten eingesetzt, gelten sie aho ebenfalls, dem
Jntestat-Erben gegenüber, für bloße Legatarien, so
müssen sie die Sachen, Rechte oder Quoten eben-
falls zum Miteigenthum erhalten haben, wenn sie
sich aecresciren wollen. Hier, wie dort, fallen,
wenn die Sachen, Rechte oder Quoten distributive
Einzelnen zugewendet sind, die erledigten Ausfälle,
an die Erbschaftömasse, dort im Falle unter 1»
also an den eigentlichen beres scriptus, hier an
die Jntestat-Erben zurück.
Allg. L. R. 1. 12. §. 366.
Wenn nun so unter Legatarien das jus accres-
cendi statt findet, und der ausfallende Collegatar mit
einem weiteren Vermächtniß beschwert war, so braucht
derjenige, dem ein solcher Zuwachs anfällt, für d«S
Afterlegat nicht weiter gerecht zu werden, als der ange-
wachsene Antheil des Hauptlegates selbst hinreicht.
Allg. L. R. 1. 12. §. 371. 287.
Der oben erwähnte abweichende Grundsatz des §. 367

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer