Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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zu, weil der wirkliche Schuldner, (in dem angeführten
Beispiele der wahre Erbe) - durch eine Zahlung, welche
nicht um ihn zu liberircn, geschehen war, nicht libcrirt
wurde, irnd die Forderung des Gläubigers sonach, unge-
achtet jener Zahlung, fortbcstand; der Gläubiger mithin
etwas anderes, als das Seine erhalten hat. Wußte
aber der Zahlende, daß die Schuld, welche er abtkug,
nicht er,.sondern ein anderer schuldete, (in dem ange-
führten Beispiele, daß nicht er, sondern ein anderer, der
Erbe scy) so kann er nicht condiciren. Dies ist es, was
in dem §. 185. durch das Wort wissentlich bezeich-
net wird. Wenn also Jemand wissentlich eine fremde
Schuld zahlte, (das heißt, wissend, daß cs eine fremde
Schuld scy), und sonach den ander» liberircn wollte, so
kann er das Gezahlte von dem Empfänger nicht zurück-
fordern, wenn er keinen andern Grund anführt,
als den, daß er für den andern zu zahlen nicht ver-
pflichtet gewesen sey, auch wenn er blos irrthüm-
lich geglaubt hatte, dazu verpflichtet gewesen zu scyn,
weil dann der Empfänger nun das Seme erhalten hatte
(1. 16. §. 180.); wogegen er von dem Schuldner,
welchen er dadurch liberirt hat, (1. 16. §. 43.) Ent->
schädigung fordern kann. (l. 16. §. 43.)" Dagegen kann
nach dem Berf. die Rückforderung möglicher Weise aus
andern Gründen stattfinden, 1) wenn die Zahlung: ver-
möge der persönlichen Verhältnisse des Zahlenden ungültig
war (1. 16. §. 186.); 2) wenn der Empfänger etwas
anderes als das Seine erhielt, d. h. wenn der Tritte,
für den gezahlt wurde, nichts schuldig war, (l. 16.5.187.),
was aber nicht die condictio indebiti, sondern dio
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