Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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Antreten des überlebenden Theils. Man kann auch wohl
noch die Analogie des, freilich nur von Testamenten
sprechenden, §. 40. anführen, wonach der Willkühr eines
Dritte« die Ernennung eines Erben oder Legatars nicht
überlassen werden kann. Es wird doch wenigsten- nicht
angenommen werden können, daß, was der Erblasser bei
Testamenten nicht einmal gültig kann, von demselben bei
Erbverträge» sogar von selbst schon beabsichtigt sey. Dies
würde, aber der Fall seyn, wenn der Vertragserbe die
Vefugniß hätte, seinen ausdrücklich, durch Testament oder
Vertrag, oder stillschweigend durch Bestehenlassen der Ine
testat-Erbfolge, berufenen Erben auch die künftige Erb,
schüft deö Vertrags-Erblassers zuzuweuden.
Damit nun, daß das Vertragöerbrecht nicht auf
die Erben übergehe, ist noch keineswegs entschieden, ob
nicht Verwandte nach der Absicht der Contrahenten an
die Stelle, des Vertrags-Erben treten könnerl, wenn gleich
nicht als seine Erben. Wir heben hier zuvorderst
dw betreffenden Bestimmungen über Testamente aus.
Und zwar heißt es im §. 521. A. L. R. I. 12.:
„Soweit aber die gesetzliche Erbfolge durch die letztwillige
Verordnung nicht aufgehoben worden, wird nach den
Regeln der erstcrn, dse in letzterer fehlende Bestimmung
ergänzte" Davon ist eine Anwendung gegeben im §. 443.
2: „Ist aber ein im Testamente ringe,
setzteS Kind vor dem Erblasser verstorben; so treten dessen
Abkömmlinge ganz an seine Stelle, wenn auch ihrer im
Testamente nicht ausdrücklich gedacht wäre." Durch diese
Bestimmung wird die sonst durch die Erbrechte eines
folcheu Rvtherbeu nach §. 454. 455. 450. 451. rin-

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