Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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1) an, daß die Kinder kein jus ex pacto et provi-
dentia majorum haben, daß der Besitzer das Colo.uat
frei veräußern und verschulden kann, uu'r Vorbehalt des
dcreinstigen Heimfalls, der ja noch immer abgclöst wer-
den kan», so wird auch, wenn der Annehmer das Gut
veräußert hat, dieses nur auf die Erben des Erwerben-
den übergehen, nicht aber den mit Brautschätzcn abge-
fundenen Geschwistern des Veräußerers zufallen können,
obgleich grade diese das Eintreten des Heimfalls hindern.
Das Gut wird dann aber keineswegs nach den ältern
Grundsätzen vererbt, und in soweit ist also der Hcim-
falls-Paragraph wieder durch den §. 15. modificirt, strenge
auf die Auseinandersetzung berufener Erben zu
beschränken. Darum werden auch 2) die Kinder dcs
Erwerbers, obgleich sie gar nicht zir der den Hckmfall
ausschließenden Familie gehören, dennoch den Hof unter
sich nach den alte» Grundsätzen auscinandcrzusetzen haben,
wenigstens geht dies aus der Absicht des Gesetzgebers
hervor. Finden solche Verhältnisse in Folge der Ver-
äußerung statt, so läßt sich auch nicht wohl cinsehen, warum
nicht 3) der jedesmalige Besitzer von seinen Eivil-Erben
wenn gleich sie den Heimfall nicht ausschlkeßen, beerbt
werden solle. So weit die Befugniß, unter Lebendigen
zu veräußern, geht, müßte auch von Todeswegen das Gut
nach dem erklärten oder vermutheten Willen vererbfällt wer-
den können. (s. jedoch S. 145.) Hiernach entscheidet sich
denn auch vielleicht 4) die Frage, ob das Colonat in die
Gütergemeinschaft falle, nach deren Grundsätzen vererbt
werde. Hier fließt Disposition unter Lebendigen und Verer-
bung zusammen, und es ist «nsres Erachtens nicht sehr be-

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