Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 2 (1836))

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der Sache, daß jeder Erbvertrag nur Rechte auf künftige
Delation gebe. Gerade dicü ist nun aber eben die Frage,
was also nicht schon ohne weiteres vorausgesetzt werden
darf. Es fragt sich nämlich grade, ob die neueren
Um'vcrsal-Erbvertrage. ohne Gewere 7) nach dem Geiste
des älteren deutschen Rechts, wo der in die Gewere auf-
genommene die Rechte des nächsten Blutsverwandten sofort
erhielt, oder nach den allerdings in Deutschland allgemein
gewordenen Grundsätzen des römischen Erbrechts zu be<
urtheilen. Nach Eichhorn 8) hängt es von der Ab-
sicht der Contrahenten ab, ob nach dem Tode des zu-
nächst zur Erbschaft Berufenen vor dem Erblasser, die
Erben des crsteren an dessen Stelle treten, was übrigens
bei manchen Arten von Erbvertragen schon in deren
Natur liege. Eichhorn beruft sich auf eine Stelle bei
v. Bülow und Hage mann. 9) Tort wird ausge-
führt, daß die eben dargestellte zweite Meinung mit
der Intention der Contrahenten, worauf man doch bei
allen Verträgen zu sehen habe, völlig übereinsiimme, daß
in den meisten Fällen die Absicht der Paciscentcn ohne
Zweifel dahin gehe, daß nur der zur Erbschaft Berufene
und dessen Dcsccndenz den Vorrheil des Erbvertrages zu
genießen Mben solle, und daß man daher im Zweifel die
Intention des zu beerbenden Mktpaciscentcn nicht so weit
7) S. darüber überhaupt Eichhorns deutsche Staat-- und
RechtSgeschichte, §. 374. 455. 571. Albrechr, die
Gewere, S. 183 ff. Phillip-, Grunds, tet gem.
deutschen Privatrecht«, Bd. l. S. 300 ff.
*) Einleitung §. 343f 1. Ausl. §. 345, II. Ausl.
*) Prakt. Erörterungen, Bd. 4. R. 71.

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