Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 16 (1854))

tiuifl beilegen und darin irgend eine directe Mitwirkung
der Frau an dem Ladengeschäft finden, so würde doch die
Frage, in wie weit die Mitwirkung der Frau bei dem Be-
triebe des Geschäfts sich erstreckt haben müsse, um dieselbe
für haftbar zu erklären, nicht beantwortet werden können,
weil dazu das Gesetz gar keinen Anhalt gewährt.
Ist es etwa genug, daß sich die Frau blos im La«
den zeigt oder muß sie, wie im vorliegenden Falle gesche-
hen ist, wenigstens beim Verkaufen der Maaren und Ein-
nehmen der Gelder behülflich fein, oder mnß sie sich gar
so gerirt haben, daß sie die Handelsfrennde ihres Mannes
zum Kreditgeber! verleitet hat, oder muß sie endlich gar
selbst Waarenbestellungen gemacht haben? Jede dieser An-
nahmen würde willkührlich sein.
Tie obige einfache und natürliche Auslegung ist auch
Seitens des Nassauischeu Dberappellations- Gerichts in
Wiesbaden adoptirt worden.
Cfr. v. d. Rahmer: Rechtssprüche Bd. I. p. 60—61.
Man hat diese Auslegung deßhalb nicht für richtig
gehalten, weil demnach in der Regel jede Ehefrau für alle
Handelsschulden ihres Mannes ohne Weiteres haftbar
sein würde.
Dies Letztere ist nun auch vollkommen richtig und
nichts Abnormes, denn ähnliche Bestimmungen, wie die
der Landesordnung, woraus auch ähnliche Folgerungen zu
ziehen sind, finden sich auch in andern Partieularrechten
— cfr. Schwerer: Gütergemeinschaft Bd. N. §. M9. —
Sie sind zur Aufrechthaltung des Kredits der Ltanf.
teilte gegeben.
Die Worte der allegirten Bestimmung der Landes-
ordnung ergeben deutlich, daß nur von einer solidarischen
Haftbarkeit der Eheleute, nicht aber von einer Haftbarkeit
p*o raia die Rede sein kann.

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