Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 16 (1854))

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Authentica ad 26. Cod. he incest. nupt, • (V. 5.) dahin
lautend
Ex complexu nefario aut ineesta, seu damnato
liberi nee naturales sunt nominandi, omnis paternae
substantiae indigni beneficio, et nec alantur a patre,
wobei in der Glosse c. bemerkt wird:
Spurius jure civili neque inter vivos, neque ultima
voluntate quiddamr ex bonis paternis capere potest,
und auf die Quelle dieser beiden Authcntiken, nämlich Cap. 15.
Nov. 69. Turin wird die Aufzählung derjenigen angekundigt:
qui neque ipso naturalium nomihe .digni sunt, und dann
gesagt:
Primum quidem omnis qui ex complexitus (non
enim hoc vocamus nuptias) aut nefariis, äut in-
cestis, aut damnatis processerit, isto neque natu-
ralis nominatur, neque alendus a parentibus, neque
habebit quoddam ad praesentem legem participium*
Nach dieser Auffassung der Sache waren dann diejenigen außer-
ehelich erzeugten Kinder, welche nicht die Rechte, der Concubinen-
kinder (der liberi naturales im eigentlichen Sinne) hatten, von
selbst unfähig, sei es aus dem Testament oder vermöge gesetz-
licher Erbfolge, den Vater überhaupt zu beerben, so daß es also
lediglich als eine Wahlthat erscheint, wenn man ihnen die im
Caput 12. §§. 2 und 3 der Novelle 69. den Concubinenkindern
zugestandene Bedenkfähigkeit einräumt. Die neueren Juristen
(cfr. Mühlenbruch a. a. O. S. 338, Schweppe §. 788 Not. 3.)
nehmen dagegen an, daß die übrigen unehelichen Kinder von der
gedachten Bestimmung im Cap. 12. §. 2. der Novelle gar nicht
berührt würden, und daß das Cap. 15. ebenfalls nicht von den
spuriis im eigentlichen Sinn, sondern nur von den aus unerlaub-
ten eheartigen Verbindungen entsprossenen Kindern spreche,
wofür denn allerdings der Ausdruck „ex complexibus nefariis**
und der im Cap. VI, Novelle 74. vorkommende Gegensatz/der
liberi natüralcs unb der ex prohibiti s n v p t i i § spricht.

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