Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 16 (1854))

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2. Das falsche Geld wird, als solches, an sich gebracht, im
Wege des erfolgten Umlaufes, und ausgegeben;
3. Das falsche Geld wird als acht empfangen, und nach
erkannter Unächtheit als acht ausgegeben.
Der erste Fall ist im §. 122., und der dritte Fall im
§. 123. vorgesehen; der zweite Fall aber kann unmöglich unter
die Bestimmung des §. 122. subsumirt werden, da derjenige, der
das schon in Umlauf gesetzte Geld an sich bringt und ausgibt,
nicht eine Zuchthausstrafe von wenigstens fünf Jahren wie der
Falschmünzer verwirkt haben kann, weil das abweichende Vcrhält-
niß bezüglich der Bemühungen und Bestrebungen allzuschroff her-
vortritt. Eine solche Härte wäre um so weniger als gerechtfer-
tigt zu erachten, als die Handlung höchstens unter den Begriff
des Betruges, im Sinne des §. 243. Zif. 3. und 4. gestellt
werden kann. Die Geschworenen haben die Frage: Ist der An-
geklagte schuldig, rc. das falsche Guldenstück an sich gebracht und
in Umlauf gesetzt zu haben? mit Nein, dagegen die Frage:
Ist der Angeklagte schuldig, daS falsche Guldenstück als acht
empfangen, und nach erkannter Unächtheit als acht ausgegeben
zu haben? mit Ja beantwortet. DaS Strafgesetz scheint hier
eine Lücke zu haben.

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