Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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daß die Anlage und Unterhaltung von Befriedungen in
freier Feldflur — wie die streitige— will«
kührlich und dem Nachbar kein Zwangsrecht auf
deren Unterhaltung gegen den angrenzenden Besitzer,
dem die Scheidung eigenthümlich gehört, gebührt.
Da in dem vorliegenden Falle von einer Scheidung
im freien Felde die Rede, und gegen die eben ent«
wickelte Tendenz des Gesetzes von dem Appell. Richter
dem Verklagten die Verbindlichkeit zur Unterhaltung der
Scheidung aufgelegt ist, so hat das Appell. Erkenntniß
wegen dieser Gesctzverletzung nach §. 4. Nr. 1. der Ver-
ordnung vom 14. December 1833, .vernichtet werden
müssen.
Was die Hauptsache Betrifft, so ist oben schon, aus-
geführt, Laß dem Ansprüche des Klägers die wegen An-
legung und Unterhaltung von Scheidungen in der Feld«,
flur vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen nicht zur
Seite stehen. Der Kläger nimmt aber außerdem auf
die erwerbende Verjährung mit der Behauptung Bezug,
daß der streitige Zaun seit länger als 30 Jahren be-
standen, und der Vorbesitzer des Verklagten stets die
Unterhaltung des Zaunes besorgt habe.
Es ist indessen anzunehmen, daß dem Kläger die
Acquisitiv-Verjährung nicht zu statten kommt.
Nach der obigen Argumentation handelt es sich Jitr
um eine Handlung der natürlichen und der bürgerlichen
Freiheit, für welche weder in materieller noch in for-
meller Beziehung eine gesetzliche Sanction besteht; so wie
von der Befugniß, in seiner eigenen Sache etwas,
worüber die Gesetze nichts besonderes bestimmen, vorzu-
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