Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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Gründe.
Der Kaufmann Lazarus Samuel Rothschild hat
den von ihm angckanften Ferdinand Heitmanns Kotten,
an den Heinrich Heitmann verpachtet, und zwar nach
der Behauptung des Rothschild auf ein halbes Jahr.
Der Heinrich Heitmann. behauptet aber eine Pacht
auf fünf Jahre, und weil sich derselbe dieses Rechts b<*
rühmt hat, fand sich Rothschild veranlaßt, die Provo-
katiousklage zu erheben, und den Heitmann zur Aus,
führung seines Anspruchs aufzufordern.
Ter Provolat gesteht die Diffamation ein, behauptet,
daß ihm wirklich eine fünfjährige Pacht zustehe, bestreitet
aber seine Schuldigkeit zur Anstellung der Klage, weil
er sich im Besitze der Realitäten befinde, und nicht eher
zu räumen brauche, als bis er zur Ermission verurthcilt
seye; jetzt seye ihm noch gar kein Klagerecht erwachsen,
und ehe dieses der ,Fall, könne und brauche er auch keine
Klage zu erheben, —Ter Provokant glaubt jedoch, daß
Provolat zu der Klage verbunden seye, weil er die frag«
lichen Realitäten bereits an den Christian Busewald
verkauft habe, und solche mit Martini 1833 überliefern
müsse, hiezu würde er aber nicht im Stande seyn, wenn
Provokat bis dahin nicht geräumt habe, er setze sich
dann möglicher Weise den größten Regrcßansprüchcn auS,
weshalb er sich an dem Provokaten, der durchaus kein
Vermögen besitze, nicht erholen könne; darauf, ob dem
Provokaten bereits ei» Klagerecht-erwachsen, könne, zumal
da derselbe die Berühmnng enigcsteye gar nichts ankom«
men, weil sonst der' Zweck des Provokations-Prozesses
ganz verfehlt seye,

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