Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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> würde die nzeksten Vertrags-Verhältnisse aufheben, und
mit dem Prinzipe, daß die Nechtsbeständigkeit eines Ver-
trages nach den ausdrücklich und fehlerfrei erklärten
Willensäußerungen der Contrahente« beurtheilt werden
, muß, kn Widerspruch stehen. Hierzu kommt noch, daß
bei einem Vertrage, wie dem vorliegenden, welcher eine
bestimmte Stückzahl Schaafe zum Gegenstände hat, der
Üperth !p abstracto schwer zu ermitteln, und sonach
die vermuthliche Absicht der Contrahente» dahin ging,
den etwa durch Mangelhaftigkeit des einen oder anderen
Stückes für den Käufer zu befürchtenden Schaden durch
. Annahme eines Durchschnittspreises zu cvmpensiren.

Ob das Gericht bei einem ganz offenbaren bedeu-
tenden Mißverhältnisse des wirklichen und des nach der
Zeugen Aussage vereinigten Werthes eben so erkannt
haben würde, läßt sich mit Gewißheit nicht verbürgen.
Inzwischen bleibt aber doch keine andere Entscheidung
übrig, da der Gegenstand eines Vertrags, um hei den
Worten des Gesetzes zu bleiben, .sich nicht über 50 Thlr.
belaufen kann, wenn er unter 50 Thaler vereinigt wor-
den, und da Bestimmungen, welche erlauben, Treue und
Klauben zu brechen, nur restriktiv interpretirt werden
können. Nimmt man dies nun an, so entsteht die Frage,
wie cs bei denjenigen Verträgen zu halten, wo kein
Gcldwerth ftststcht, z. B. Handlungen gegen Handlungen
versprochen, Sachen gegen Sachen verkauft sind. Nach
einer wörtlichen Auslegung des §. 131. A. L. R. I. 5.
könnte man hier sagen, daß der Gegenstand des Ver-

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