Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

611

eine solche Me# in Ansehung de# HauptschnldnerS
abgelaufene Verjährung nur schwer finden zu können. Die
Verjährungen gehen gegen das Recht, . wenn durch den
Ablauf einer bestimmten Zeit, wegen unterlassener Aus-
Übung gewisser 'Keditc, eine Veränderung an diesen ^Rech-
ten vermöge der Gesetze entsteht, so ist eine Verjährung
vorhanden." lind der Richtgebrauch deS Rechts reicht in
der Regel zum Verlust desselben durch Verjährung hin.
(§. ö()2.) Sind Mehrere Schuldner desselben Rechts, so
leerten sie natürlich frei, indem das Recht selbst verloren
geht. Wie dies von mehreren Sclbstsckmltnern gilt, die
gleich mit der Entstehung des Rechts solche Sclbstschuld-
ner sind, so versteht es sich von selbst, daß es auch aus
später eintrctcnde Selbstschuidner Anwendung findet. Ins-
besondere treffen die kurze» Verjährungen des Gesetzes
vom 31. März 1848 die "Forderungen-wegen
der Rückstände an vorbedungenen Zinsen, Miethö- und
Pachtgelder u. s. w." Ein odioses VerjährungSprivileg
gegen die Personen der Gläubiger kennen wir nicht,
sondern nur favorabilia j. B. für Minderjährige. — Wir
wissen uns kaum einen andern Fall zu denken, als den, daß
der als Selbsischuldner eintretende Bürge dies zu einer
Zeit thut, wo die Verjährung für den Hauptschnldner schon
eingetreten ist, dieser Hauptschnldner auch an der Bürg-
schastsbcstcllung keinen Theil hat, somit darin gegen ihn
kein die Verjährung unterbrechendes Auerkcnntuiß liegt.
Der als Selbstschuldner hastende Bü'ge wird dann freilich,
da in seinem Eintreten ein Änerkenntniß, respecti ve neuer
Schuldgrund für die Forderung liegt, erst von da ab die
Verjährung rechne» können, somit die.inzwischen für den
Hauptschuldner — der durch den ohne sein Zuthun erfolg-
ten Eintritt des Selbstschuldigen Bürgen nicht leiden darf—
eintretende Verjährung ihm nicht nützen. Dies wäre also
eine „blos in Ansehung des Hauptschuldners abgelaufene

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer