Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

rer, wie dieselben zur Erbrechung des SchrankeS gebraucht
sein mußten. Hinsichtlich des Erwerbes der gestohlenen
Sachen verwickelten die Angeschuldizten sich in Unwahr-
heiten und Widersprüche. Außerdem hatte v. den Dieb-
stahl außergerichtlich gestanden und zwar dahin, daß R.
eingestiegen sei, und den Schrank erbrochen habe, daß er
ihm die Kleidungsstücke herausgereicht und sie beide dann
die Theilung derselben vorgenommen hätten. Die Fragen
lauteten:
1. hat: a. der R. — b. der D. Kleidungsstücke mittelst
Einsteigcns entwendet?
2. oder hat: a. der R. — b. der D. an jenem Berbre-
chen Theil genommen?
Die Geschwornen bejahten ad. 1. a. und b. mit 7
gegen 5, annehmend, beide hätten gemeinschaftlich einge-
brochen; die Frage ad. 2. hatten sie hiernach nicht mehr
zu entscheiden. Der Gerichtshof verneinte ad. 1. und gab
in Folge dessen den Geschwornen die weitere Beantwor-
tung der Frage ad. 2. auf. Diese verneinten nun ad. 2.
a. und b. Diese Entscheidungen hatten, wie spätere Mit-
theilungen ergaben, folgende Gründe gehabt:
die Richter nahmen bei der Frage ad. 1. an, daß
das Geständniß des v. in so weit auch für ihn
gelten müsse, als anzunehmen, daß er selbst nicht
eingebrochen sei, daß aber die Angaben desselben,
weil sie zur eigenen Exculpation dienten, gegen den
R. allein nichts bewiesen, deshalb könnten beide wohl
nur wegen Theilnahme zu bestrafen sein. Bei der
demnächstigen Berathung der Geschwornen kamen
diese aber zur Verneinung der Frage ad. 2:
zunächst, weil sie glaubten, eö sei den Richtern zwei-
felhaft, ob die Angeschuldigten überhaupt des Dieb-
stahls schuldig;
dann aber, weil sie glaubten, eS könne der R.

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