Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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beizulegen sei; damit ist aber noch keineswegs die Ver-
pflichtung des B< ausgesprochen, die Sache dem A. zu
tradiren, und somit die Obligation des eigentlichen
Schuldners C. zu erfüllen. Man kann auch unmöglich
annebmen, daß dies die Absicht des Gesetzgebers gewesen
sei, sonst würde er in gewohnter Weise die nähere Mo-
dalitäten dieser Verbindlichkeit angegeben, namentlich be-
stimmt haben, ob die Herausgabe der Sache gegen Ent-
gelt oder unentgeltlich erfolgen müsse; was in Betreff
der Früchte, Meliorationen u. s. w. Rechtens sei; ob
B von den Einwendungen des eigentlichen Schuldners
Gebrauch machen kann, also auch die Zahlung des rück-
ständigen Kaufgeltes verlangen: ob B. wenn er die Ver-
bindliwkeit des C. erfüllt, zu diesem in das Verbältniß
eines Bürgen zum Hauptschuldner eintritt, oder ob seine
frühere bereits getilgte Forderung aus dem Kauf wieder
auflebt: u. s. w.
Schon die Unmöglichkeit, die'e und ähnliche Fra-
gen aus dem Gesetze zu beantworten, beweist hinlänglich,
daß die Redactoren nicht beabsichtigten, unser Rechtssy-
stcm mit einer neuen Obligation zu bereichern. Sie woll-
ten, wle die Fassung jener Stellen deutlich ergiebt, dem
Inhaber des Titels keine neue actio gegen den dinglich
Berechtigten geben; sondern, indem sie diese irrthümlich
als im Röchtsjysteme bereits vorhanden dachten, nur
verhindern, daß der Erwerber in mala fiele durch die
Uebergabe Vorzugsrechte erlangen, und solche als exceptio
gegen den andern Prätendenten geltend mache.
Jeder hierüber noch übrig bleibende Zweifel wird
durch die von Borncmann (System IV. Seite 243/74.)
mitgetheilte Redactionsgeschichte beseitigt. Der unge-
druckte Entwurf enthielt von der Regel, daß das Recht
zur Sache nur gegen den persönlichen Schuldner ausge-
nbt werden könne, folgende Ausnahme:

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