Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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kostet, so ist effektiver Gewinn für den Fiskus durch den
Actenverkauf gar nicht vorhanden, wenn man nicht etwa
anirehmen will, daß jene Beamten sonst doch während
dem nichts gethan hätten! Und wer bürgt uns, daß —
wir der Herr Verfasser richtig ausführt — der ausson-
dernde Beamte nichts übersieht! Seine Fehler bedeckt
freilich der Kessel der Papierfabrik, wie die des Arztes
der Kirchhof! Vollends ist das Vernichten der Bagatell-
acten schon gar nach 5 Jahren ein um so größeres Un-
recht, da in kiesen Sachen in der Regel keine Protokolls-
Abschriften gegeben werden. Will der Staat gerecht
sein, so muß er nach Ablauf gewisser Jahre die Parteien
fragen, ob sie etwas gegen Ausfolgung der Acten an
den Triumphanten zu erinnern baben, und im Streit-
fälle ihnen überlassen, einen Depositar dafür zu bestellen,
widrigenfalls dem, welcher den Prozeß gewonnen hat,
die Acten nach Aussonderung der vom andern Theil
überreichten Urkunden zu bebändigen. Die Regierung
bekümmert sich um weit unwichtigere Dinge!

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