Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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welche aus der Schmerlickcr Gemeinhcitstheilung hcr-
stammen, auch nicht auf die seit einigen Jahren von
Schlüter genannt Thirmann und Jakob Bals zu Schmer-
licke behüteten Grundstücke, wohl aber auf die Grund-
stücke der Kläger, die i» der Feldmark liegen, und welche
Kläger zu einer gemeinschaftlichen Hude für eine aus
ihren Schaafen zu bildende gemeinschaftliche Heerde ver,
einigen wollen.
Beklagter behauptete, seine Hudegereck tigkeit sei
eine ausschließliche, und hat den Klägern diese Vereini-
gung untersagt. Kläger geben nicht zu, daß die Hude-
gerechtigkcit des Beklagten denselben zu diesem Verbote
berechtige, und er rin solches Untersagungsrecht erwor-
ben habe. Sie halten sich für befugt, nicht nur Jeder
für sich die eigenen Grundstücke zu behüten, sondern auch
alle zusammen nach freier Vereinbarung zur wechselseiti-
gen Behütung untereinander, sowohl mit verschiedenen
Schaafheerden, als auch mit einer aus ihren allseitigen
Schaafen zu bildenden gemeinschaftlichen Heerde.
Sie finden in dem vom Beklagten geschehenen Ver-
bote einen unbesugten Eingriff in ihre natürlichen Eigen-
thumsrechte, und haben in der am 3. Dezember 1848
eingelegten Klage darauf angetragcn:
den Verklagte» nebst Kosten für schuldig zn er-
klären, die Kläger für wohl befugt anzucrkcn-
nen, auf den ihnen zugehörigen Grundstücken
in der Schmerlicker Feldflur die Schaafhude nach
ihrer jedesmaligen freien Vereinigung sowohl
wechselseitig, als auch mit einer aus ihren Schaa-
fen zu bildenden gemeinschaftlichen Heerde ge-
meinschaftlich auszuüben.
Tie erste Abtheilung des Königlichen Kreisgerichts
zu Lippstadt hat dem Beklagten, der sich auf die Aus-
schließlichkeit seiner Hudegrrechtigkeit stützend, auf Abwei,

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