Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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forcstum ct bannum — cum consensu et favore — des Bi-
schofs Engelbert von Minden, der Abtissin Adelheid von Gan-
dersheim, Schwester des Kaisers» des Bischofs Jmad von
Paderborn, des Abis Saracho von Corvei — cctcrisquc om-
nibus, quorum praedia et possessiones sitae erant infra cos
terminos quos scribi jubemus.40).
Es mogte jedoch auch nicht selten verkommen, daß bei
Nachsuchungen des Forstbanns, solcher Mitberechtigungen,
besonders wenn sie Mindermächtigen zustanden, keine Erwäh-
nung geschah und dann später das unbedingt verliehene Re-
gal entweder dazu mißbraucht wurde, die Mitbercchtigten ohne
weiteres via facti auszuschließen 'oder sie zur Abtretung ihrer
Mitbefugnisse so gut es gehen wollte, zu vermögen. Wohl
zu den seltenen Ausnahmen aber mag eS gehören» daß der
mit dem Forstbann Beliehene denselben zum Schuhe aller
bisher mirberechtigten Markgenoffen gegen nichtberechtigte
Dritte, gebrauchte. Dieses war namentlich bei den alten
westfälischen Grafen von Arnsberg der Fall, welche, obgleich
mit dem Forstbann im alten Lüerwalde, dem nachmaligen
ArnSberger Walde, vom Kaiser ausschließlich beliehen, doch
alle Rechte der Markgenoffen und ächten Freien an
Wald, Jagd und Fischerei achteten, wie wir weiter unten
sehen werden.
Seit dem Ende deS 1t. Jahrhunderts kömmt es im-
mer seltener vor, daß der Einwilligung solcher Markge-
nossen zur Errichtung von Bannforsten Erwähnung geschieht,
entweder weil nur noch wenige das ächte Eigenthum hatten,
oder weil man es, aus den angegebenen Gründen, mit ihrer
Berücksichtigung so genau nicht mehr nahm. Dagegen wird
die Jagdbenutzung seit den Zeiten der sächsischen Kaiser, in
Schenkungbriefen desto häufiger unter den Gutspertinenzien

49) Schaten Annal. Paderb. ad hunc annum.

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