Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

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Die deutschen Könige welche den Carolingern folgten,
fuhren fort ihre Waldungen und Jagden, sowohl die auf
ihren Familiengütern als die auf Reichsdomainen, in Forste
zu verwandeln. Die Forste wurden aber wie alles übrige Reichs,
gut, durch Belehnungen an Fürsten und Private oder durch
Schenkungen an Kirchen und Klöster verschleudert), jfo daß
von den vielen, welche die Könige früher besessen» im 14ten
Jahrhundert nur der Heiligenforst im Elsaß, der Nürnber-
ger, Büdinger und Friedberger Forst, bei Gelegenheit wo
auch diese verliehen werden, in Urkunden Vorkommen«)
Uebrigens stand es nur den Königen zu, Waldungenzunter
Königs Banne als Forste zu schließen; denn »Koningrsban
ne mut nieman lien wen de Koning selve*, sagt der Sach-
senspiegel«). Es war also das Recht, einen Bannforst an-
zulegen, ohne Zweifel ein Regal, wenn man, wie billig, un-
ter Regalien solche vorzügliche Hoheitrechte versteht, welche
nur durch die höchste Staatsgewalt an Einzelne verschenkt
und verliehen, aber nicht im Allgemeinen delegirt werden
konnten. Daraus folgt jedoch so wenig ein allgemeines Wald-
und: Jagd-Regal, als aus der Verleihung undVerschenkung
König!. Güter, ein allgemeines Gutsregal gefolgert werden
kann. Die Forste (Waldungen) waren Gegenstand des Pri-
vateigenthums und die Jagd eine daraus fließende Nutzung;
nur das Recht dieses Ergenthums und seine Nutzungen durch
Königsbann zu schützen, eS unter besonders hoch verpönten
Frieden zu stellen» war Regal. Der Kaiser verschenkte und
verlieh daher nicht nur Bannfcrste welche ihm oder dem
Reiche gehörten, sondern er verlieh auch die Vannforst-Ei-
genschaft, den Forstbann (im subjectiven Gegensätze deS
dinglichen Banm'orstcs) zum Schutze von Waldungen
welche ihm nicht gehörten. Die Einziehung der Strafe
deS Bannes wurde dann entweder dem Könige reser-
«) Die Stellen bei Stieglitz S. 8V. R. SV.
«3 Sachsensviegcl 93. 3. Art 64.

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