Volltext: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 15 (1852))

In solchem Sinne nannte auch wohl Graf Gottfried II. von
Arnsberg den Hochwald bei Warstein einen Forst, silvam
arduam, quac in vulgari Vorst nuncupatur85); denn nur
der Hochwald trügt Früchte, von denen sich das Wild, zumal
da- Hocbwild nährt. Ihre bestimmtere technische Bedeutung
erhielten jedoch beide Worte erst durch ihre Zusammenstellung
als Bann-Forst, welches einen Distrikt Wald oder auck
Wald und Flur bezeichnet, worin jedem Anderen als dem
Besitzer oder dessen Stellvertreter, die Ausübung der Jagd
und Fischerei, bei Strafe des Königsbannes untersagt war.
Es liegt also der Sinn des Wortes in dem Umstande, daß
der Wald gegen jeden Störer des Besitzes und Genusses,
den der darauf gelegte Friede gewährte, durch Strafe ge-
sichert war und da zu solchem Genüsse der Fang von Fischen
eben so gut gehörte, als der von Landthieren, wenn sich ihr
Lebenselement, Wasser nämlich, in dem befriedeten Districte
fand, so wurden unter Forestc, Forestis auch Fischweiber
(vivaria piscium) mitbegriffeu.
Carl d. Gr. sagt daher selbst im Capitulate 2 de 819.
Cap. 18. de forestis: ut forestarii (die Förster) bene
illas defendant, simul ct custodiant bestias et pisces und
im Cap. 19. de cura villicorum: in forestis mansum regale
ct ihi vivaria cum piscibus ct homines ilii maneant.
Dem Aufseher des Forstes wurde zugleich die Sorge für
Jagd und Fischerei in demselben aufgetragen.85) Daß man
in späterer Zeit unter Forst jeden großen Waldkomplex ver-
stand, braucht kaum erinnert zu werden. Um den ursprüng-
lichen Begriff des BannforsteS festzuhalten, bezeichnete man
diesen häufig als Wildforst. So heißt es in der Beleh-
glüdliche etymologische Bedeutungen des Worts s. in bei
Stieglid §. 12. N. 9.
35) Sei bertz Utf. B. I. N. 140.
*®) Georgisch p. 780. vergl. auch du Frcsuc voc.
Forrcsta, forestis, wo noch viele Parallelstellen angeführt
werden u. Stieglitz S. 73. N. 3.

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