Full text: Volume (Jg. 15 (1852))

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16. Jagd- und Fischerei-Verhältnisse insbe-
sondere. Die Bannforste der Könige.
Der eben bezeichnet» Gang der Sache bewährte sich auch
bei der Ausbildung des Jagd- und FifchreirechtS. So wie
sich die königliche MachtLurch fortschreitende Eroberung mehrte,
war eö unausbleiblich, daß die Könige auch ihre Rechte in-
nerhalb dieses Machtgebiets zu erweiteren und namentlich ih-
rem Pcivatbesitze größeren Schutz zu verleihen suchten. Daß
solcher Schutz der Jagd, diesem königlichen Vergnügen, vor
allem zu Theil wurde, ist nicht zu verwunderen. Den Wal-
dungen deS Königs wurde durch die ihm zu Gebote stehende
Macht ein besonderer Friede gesichert, den kein anderer ge-
währen konnte, weil nur e r den Königsbann zu gebieten hatte.
Dadurch entstanden die Bann forste. So wie aber auf
dem vorhin angedeuteten Wege, andere königliche Rechte in
die Hände der deutschen Reichssnrsten übergingen, so geschah
«S auch mit dem Forstbanne, weshalb wir im Verlaufe
der folgenden Darstellung bald alle Fürsten im Besitze von
Bannforsten finden werden. Auch'bei unseren westfälischen
Grafen und Dynasten war dieses der Fall.
Zur näheren Bestimmung d«S Begriffs eines Bannfor-
stes ist die Bedeutung der Worte Bann und Forst nach
damaligem Sprachgebrauche ins Auge zu fassen. Bann
(dann»/, dsnnire) ist nichts als Zwang, Gebot, die
Macht zu gebieten und zu verbieten. So gab es Gerichts-
bann und auch Forstbann. Gleichzeitig- bedeutet das Wort
den Bezirk, worin der Bann geübt und die Strafe, wo-
mit feine Verletzung geahndet wird.
Forst (forestum, ferestis) hat in seiner Bedeutung ge-
schwankt. Die Ursprüngliche ist wohl die, daß man einen
Wald worin sich Wild hielt, eine kerarum slatio oder in zu-
sammengezogem Ausdruck eine ieresta darunter verstand M)
Du Fresiic voc. Fo resta. Viele andere, minder

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