Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 44 = 2.F. 8 (1902))

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Otto Lenel,

denn einerseits verlangt Co sack eine speziell das Vermögen
berührende Thätigkeit, andererseits nicht nothwendig eine Rechts-
handlung. Als Beispiele von auf Geschäftsbesorgung gerichteten
Verträgen giebt Co sack die der Rechtsanwälte, der Fabrik-
arbeiter, des Gesindes; als Gegenbeispiele die der Aerzte,
Hauslehrer. Vorleser.
Nach Riezler (Der Werkvertrag. S. 76 f.) sind Ge-
schäftsbesorgungen neben den rechtsgeschäftlichen Thätigkeiten
diejenigen thatsächllchen Thätigkeiten, an' denen der Auftrag-
geber ein unmittelbares Vermögensinteresse hat, weiter aber
auch diejenigen, die vom Beauftragten in Ausübung eines auf
Vornahme von Handlungen solcher Art gerichteten Berufes
vorgenommen werden. Danach würden eine Reihe von
Diensten, die von den obigen Schriftstellern zum Thei! aus-
drücklich aus dem Begriff der Geschäftsbesorgung eliminirt
werden, unter den Begriff gehören, insbesondere die des
Lehrers, Arztes u. s. w.
Dernburg nimmt an (Lehrb., II § 293), § 675 sei
in dem Sinne auszulegen, daß er auftragähnliche Dienst- und
Werkverträge betreffen soll, d. h. diejenigen Geschäfte, welche
man gemeinrechtlich dem Mandat unterstellte. Er rechnet dahin
ausdrücklich neben den Diensten der Rechtsanwälte insbesondere
gleich Riezler die des Lehrers, Geistlichen, Arztes, Künstlers.
Noch einen anderen Gesichtspunkt finden wir bei Hell-
mann (Krit. Vierteljahrsschr., Bd. 41 S. 222). Er definirt:
Dienste, die lediglich die Bestimmung haben, dem Dienst-
berechtigten eigene Arbeit abzunehmen. Danach würden also
zwar die Verträge mit Köchin und Stubenmädchen, nicht
aber die mit Lehrer, Arzt und Geistlichem unter § 675 fallen.
Erfreulich ist diese Musterkarte entgegengesetzter Ansichten
gewiß nicht. Was Wunder, wenn schließlich Hachenburg

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