Volltext: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 44 = 2.F. 8 (1902))

8. Das Besitzrecht des Ehemannes am eingebrachten Gute der Frau

Nachdruck verboten.

VI.
Das Besitzrecht des Ehemannes am eingebrachten
Gute der Frau.
Bon Professor vr. Paul ZVertmann in Erlangen.
Gleich so manchen anderen Sätzen unseres neuen Rechts,
ist auch der anscheinend sehr klare und einfache § 1373:
„Der Mann ist berechtigt, die zum eingebrachten Gute ge-
hörenden Sachen in Besitz zu nehmen",
alsbald Gegenstand lebhafter Meinungsverschiedenheit geworden.
Und zwar nach zwei Richtungen hin: einmal in Bezug
auf die Frage, ob und inwieweit dem Manne dadurch das Recht
eigenmächtiger Besitzaneignung zugebilligt sei; zum
anderen in Bezug auf die Natur seines Besitzes — ob
Allein-, oder bloß unmittelbarer Besitz im Sinne des
§ 868.
Die folgenden Zeilen sollen der Entscheidung beider,
theoretisch nicht minder als praktisch interessanter, Fragen dienen.
I.
Die weitaus vorherrschende Lehre verweist den Mann zur
Realisirung des ihm durch § 1373 gewährten Besitzaneignungs-
rechts auf den ordentlichen Prozeßweg, einerlei ob sich
sein Anspruch gegen die Frau oder gegen einen dritten Be-
sitzer der eingebrachten Gegenstände richtet.

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