Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 55 = 2.F. 19 (1909))

3. Verschuldensaufrechnung, Gefährdungsaufrechnung und Deliktsfähigkeit

I.

Nachdruck verboten.

Verschuldensaufrechnung, Gefährdungs-
aufrechnung und Deliktsfähigleit').
Von Professor Paul ^rückmanrr in Münster i. W.
I.
Die Lehre, daß für § 254 nur das Verursachen ohne
Rücksicht auf das Verschulden in Betracht komme, ist von dem
Reichsgericht abgelehnt worden, RGZ. 54, 410. In dem zur
Entscheidung stehenden Falle kam es der Partei darauf an,
nachzuweisen, daß der Tierhalter deshalb nicht hafte, weil das
von den Pferden verletzte sechsjährige Kind sich unmittelbar vor
den Pferden befunden hatte, als diese sich, scheu gemacht durch
eine mit Affen und Dromedar vorbeiziehende Zigeunerschar,
auf die Hinterbeine stellten. Das Kind hatte die Pferde nicht
i) Ausführliche Literaturangaben bei Weyl, Verschuldensbegriffe
S. 297 f., 600, Angabe der Rechtsprechung daselbst S. 601 Anm. l.
Einzufügen wäre noch Francke, ArchCivPrax. 96, 158, und aufmerksam
zu machen ist auf die Stellungnahme des von Weyl S. 298 mißver-
standenen T r a e g e r zu den früher für das gemeine Recht aufgestellten Theorien
Wendts und Croissants, Traeger, Kausalbegriff S. 336ff. Was an
der im Texte bezeichneten Lehre richtig ist, wird später ausführlich erörtert
werden. Hier sei so viel festgestellt, daß schon Wendt, Croissant,
Rümelin, Kuhlenbeck usw. recht haben, aber in anderer Weise,
als sie meinen. Dennoch sind sie als die ersten Vertreter des Richtigen an-
zusehen. Insbesondere gegen und über Rümelin, ArchCivPrax. 90, 315 ff.,
ist zu vergleichen Litten, Ersatzpflicht des Tierhalters S. 104 Anm. 51.
LV. 2. F. XIX.

i

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