Volltext: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 52 = 2.F. 16 (1907))

8. Noch einmal das Datum des eigenhändigen Testamentes

V.

Nachdruck verboten.

Noch einmal das Datum des eigenhändigen
Testamentes.
Von Prof. Di-. E. Holder in Leipzig.
Nachdem der vierte Zivilsenat des Reichsgerichts am
14. April 1902 es für einen vom Reichsgerichte „in ständiger
Rechtsprechung" eingenommenen Standpunkt erklärt hatte, daß
beim eigenhändigen Testamente „unbedingt die Datierung der
Wahrheit entsprechen müsse" (Entsch. 51, 169), hat er am
6. Dez. 1906 die Gültigkeit eines versehentlich vom 18. April
1804 anstatt 1904 datierten Testamentes anerkannt (Entsch.
64, 423 ff.). Es bestehe, erklärt er, „rechtsgrundsätzlich kein
Hindernis, trotz des äußerlichen Mangels das gesetzliche Er-
fordernis der Angabe des wahren Ortes und Tages der Er-
richtung als erfüllt anzusehen", da die Erblasserin „stch ledig-
lich in der Niederschrift der Iahrhundertziffer vergriffen" habe.
Es handle sich dabei „äußerlich um einen Formmangel", dem
nicht dadurch abgeholfen werden könne, daß „die wirklich
gewollte Datierung ermittelt wird. Das würde mit dem
Wesen der aufgestellten Formvorschrift, die ein urkundliches
Zeugnis über Ort und Tag der Testamentserrichtung erheischt,
unverträglich sein. Dagegen besteht kein Bedenken, die Form
als gewahrt zu achten, wenn das gewollte und nur versehent-
lich falsch beurkundete Datum aus dem sonstigen Inhalte des

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