Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 38 = 2.F. 2 (1898))

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Schloßmann,

fremdem Namen ein Kontrahiren versteht, bei welchem der
Kontrahent stch als Vertreter seines Herrn bezeichnet, die Be-
ziehung des Geschäfts auf den Herrn, wie man zu sagen
pflegt, zum Vertragsbestandtheil erhoben wird, so ist doch klar,
daß ein derartiges Kontrahiren im Rahmen der Stipulations-
sorm schlechterdings nicht vollziehbar ist. Es wäre auch nicht,
wie Lenel meint, vollziehbar, wenn die Stipulation heute
noch praktisch wäre. Was etwa außerhalb des Stipulations-
aktes über die Beziehung desselben zu dem Geschäftskreise des
Herrn besprochen wäre, könnte doch niemals als Bestandtheil
des Vertrages gelten, während bei formlosen Verträgen dem doch
nichts im Wege stehen würde. Wenn dennoch in solchen
Fällen eine adjektizische Haftung aus der Stipulation des
institor eintritt, so kann sie ihren Grund nicht darin
haben, daß die Stipulation — was eben nicht möglich — im
Namen des Herrn geschlossen war, sondern allein darin, daß
die zu Grunde liegende materielle Causa im objektiven Zu-
sammenhang mit der Geschäftssphäre des Herrn steht. —
Angenommen die Ausstellung, Annahme, Indossirung eines
Wechsels in fremdem Namen wäre formell nicht statthaft,
würde dann Lenel etwa darum, weil der Angestellte, der
einen Wechsel in eigenem Namen ausgestellt re. und daneben
ausgesprochen hätte, er stelle den Wechsel im Namen seines
Herrn aus, dem Dritten einen Anspruch gegen den Herrn ge-
währen?
3) Das Argument, welches Lenel aus dem Wortlaut
des Edikts: ,quod cum magistro navis1 und ,cum institore
gestum erit/, herleitet, ist nicht stichhaltig.
Die Wendung ,si cum aliquo gestum actum con-
tractum erit/ ist eine im Edikt öfter wiederkehrende und
offenbar schablonenmäßige; z. B.:

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