Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 41 = 2.F. 5 (1900))

12. Die Hinterlegung zur Schuldbefreiung nach dem B.G.B.

Nachdruck verboten.
IX.
Die Hinterlegung zur Schuldbefteiung
nach dem B.G.B.
Von vr. Paul Müller, Rechtspraktikant in Bayreuth.
Einleitung.
8 1.
Nach § 241 B.G.B. besteht der Inhalt eines Schuld-
verhältniffes darin, daß der Gläubiger kraft desselben berechtigt
ist, von dem Schuldner eine Leistung zu fordern. Das Schuld-
verhältniß drängt demnach seiner Natur gemäß darauf hin, daß
es in kürzerer oder längerer Zeit durch die Erfüllung beendigt
wird^) d. i. dadurch, daß der Gläubiger vom Schuldner die
Leistung erhält. Damit wird der Schuldner, dessen Willen
bisher durch das Schuldverhältniß gebunden war, befreit von
seiner Verbindlichkeit.
Dies spricht § 362 aus: „Das Schuldverhältniß erlischt,
wenn die geschuldete Leistung an den Gläubiger bewirkt wird."
Dieser natürlichen Beendigungsart stehen aber häufig Hinder-

i) Wenigstens, wenn eine Sachleistung geschuldet ist, wie dies bei
der Hinterlegung immer der Fall ist. Bergt. Stammler, DaS Recht
der Schutdverhältnisie, S. 2i5ff.
XLI. 2. F. V.

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