Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

3. Fragen der Besitzlehre

Nachdruck verboten.

I.
Fragen der Befltzlehre'j.
Von Prof. vr. Adolf Eaft (Czernowitz).
Z 1. Einleitung.
Es ist lange her, seitdem Randa bei Besprechung der
Gestaltung, die der Besitz im zweiten Entwürfe eines bürger-
lichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich erfahren hatte, das
Mahnwort sprach, „ob es klug und zweckmäßig ist, den Ver-
stand von Jahrtausenden zu verachten, die bisherige historische
Entwicklung zu ignorieren" ^).
Das Wort bezog sich auf die Regelung des Besitzschutzes,
insbesondere auf den possessorischen Schutz, den der Entwurf
dem mittelbaren Besitz zugedacht hatte. In dieser seiner nächsten
Beziehung hat es mehr als ein Jahrzehnt später einen kräftigen
Widerhall gefunden1 2 3). Aber in dem, was ihm zugrunde lag,
hat es keinen Anklang gefunden. Denn nicht gerade die Detail-
frage war es, die Randa ins Auge gefaßt hatte: er er-
örterte noch im Anschluß an diese Frage die allzuweite Aus-
dehnung des Besitzschutzes auf Fremdbesitzer und wies darauf
hin, daß der Entwurf in beiden Fragen den Anschluß an die
bisherige Rechtsentwicklung vermissen lasse.
1) Manuskript versendet am 15. November 1912. (Ein Teil der
späteren Literatur, während der Korrektur — eingeklammert — an-
geführt.)
2) Randa, Der Besitz nach österreichischem Recht, mit Berück-
sichtigung des gemeinen Rechts, Vorwort zur 4. Ausl. (1895) S. IX.
3) Siehe Sokolowski, Die Philosophie im Privatrecht Bd. 2
S. 252 ff., 273 ff.
LXII. 2. F. XXVI.

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