Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 51 = 2.F. 15 (1907))

13. Ueber den Begriff "Unwirksamkeit" in § 29 KO. und § 1 des Anfechtungsgesetzes

Nachdruck verboten.
XI.
Ueber den Begriff „Unwirksamkeit" in § 29 KO.
nnd § 1 des Anfechtungsgesetzes.
Von Amtsgerichtsrat a. D. Boß, Stralsund.
I.
Die Borschriften des § 29 der Konkursordnung und des
§ 1 des Anfechtungsgesetzes vom nach denen vor
Eröffnung des Konkurses vorgenommene Rechtshandlungen
als den Konkursgläubigern gegenüber, Rechtshandlungen eines
Schuldners außerhalb des Konkursverfahrens als einem Gläu-
biger gegenüber unwirksam angefochten werden können, sind
mit Rücksicht auf den Begriff „Unwirksamkeit" noch immer ein
Gegenstand lebhafter Erörterung.
Die Schwierigkeit der Feststellung dieses Begriffs wird
besonders dadurch erhöht, daß zur Zeit des Erlasses dieser
Rechtsvorschriften das Wort „Unwirksamkeit" in unserer Rechts-
sprache sich nicht mit einem fest zu umschreibenden Begriff
deckte, sondern anerkanntermaßen ein Ausdruck von unbestimmtem
und farblosem Gepräge war.
In Verbindung mit dem Worte „anfechten", dessen Ge-
brauch für die Gegenwirkung von Gläubigern gegen einen
durch nachteilige Rechtshandlungen eines Schuldners veran-
laßten Dritterwerb schon seit längerer Zeit eingebürgert war,
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