Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

Der sog. Rechtserwerb vom Nichtberechtigten. 373
ist. gilt dies auch vom Rechtserwerb unter Vermittelung eines
Nlchtberechtigten. Daher mag die Prüfung der Frage für die
Ersitzung die Lösung der Hauptfrage vorbereiten. Französische
Juristen (Nachweise gibt Endemann, §81 Note 12)
sprechen mit mehr Grund, als man zugeben will, von einer
prescription acquisitive instantanöe.
In der Lehre des gemeinen Rechts ist Brinz wiederholt
für die abgeleitete Natur der Ersitzung in die Schranken ge-
treten. Er hat zwar hierin, wie er meines Wissens keinen
Vorgänger hatte, so auch keinen Nachfolger gesunden, wenigstens
unter den Romanisten. Ueber Gierte vergl. unten S. 374.
Indes verdient eine Meinung von Brinz immerhin Beach-
tung, denn er pfiegte nicht gelegentliche Einfälle an die Oesfent-
lichkeit zu bringen, sondern nur, was seiner wohlerwogenen
Ueberzeugung entsprang. Bestimmend war für Brinz, daß
die an der Sache haftenden Servituten und Pfandrechte beim
Ersitzenden fortbestehen, dieser erwerbe eben dominium tute
quale kuit (Pand., ß 76 11 und in Bekkers Iahrb., Bd. 3
S. 31). Dafür bilden nun die dinglichen Belastungen (Passiv-
servituten, Pfandnexus u. s. w.) keinen Beweis: sie ruhen aus
der Sache, nicht auf dem Eigentumsrecht, und drängen dieses
nur infolge des Mitbewerbs in der Herrschaft über die Sache
innerhalb ihres Wirkungskreises zurück; daher fallen sie auch
nicht ohne weiteres weg, wenn die Sache eigentumslos wird.
Nicht so erledigt sich die Sache mit den Aktivservituten der
Grundstücke. Daß auch sie nach römischem Recht die Er-
sitzung überdauern, dürfen wir aus L. 12 quemadm. serv.
amitt. 8, 6 folgern. Nun sind wir gewohnt, diese Rechte als
Anhängsel des Eigentums zu betrachten, und zwar mit gutem
Grund (arg. L. 1 eod. L. 4 pr. si serv. vind. 8, 5, L. 5
§ 9 de oper. novi nunt. 39, 1 und die formula confessoria

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